18.03.2018 Equal Pay Day

Hebammenverband setzt sich für gerechte Vergütung von Hebammen ein

Hebammen begleiten Frauen bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
Sie ermöglichen Frauen mit ihren Kindern und Familien einen bestmöglichen Start ins gemeinsame Leben. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit wird gesellschaftlich hoch geschätzt.

Ein angemessenes Gehalt oder eine gute Vergütung bekommen Hebammen jedoch nicht – weder als Angestellte in den Kliniken, noch als freiberufliche Hebammen. Die Hebammentätigkeit ist ein Beruf, der überwiegend von Frauen ausgeübt und damit vergleichsweise schlecht bezahlt wird.

Frauen verdienen in Deutschland derzeit durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Aktuell müssen Frauen im Schnitt 77 Tage mehr arbeiten, um das selbe Gehalt wie Männer zu erhalten.
Aus diesem Grund findet in Deutschland am 18. Mai, dem 77. Tag des Jahres, der Equal Pay Day statt.

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) nimmt dies zum Anlass, eine gerechte Vergütung für Hebammen zu fordern.

„Hebammen sind unersetzlich und setzen sich rund um die Uhr für Frauen und ihre Kinder ein“, meint Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des DHV. Der Hebammenverband fordert die angemessene Entlohnung von Hebammenleistungen entsprechend ihrer gesellschaftlichen Bedeutung. Frauenberufe und sogenannte Care-Berufe, beispielsweise in Pflegeeinrichtungen oder in der Altenpflege, werden nicht entsprechend des großen fachlichen Wissens wie auch der hohen Verantwortung vergütet.

Auch Hebammen erhalten gemessen an ihrer hohen Qualifikation und ihrer Bedeutung für die Gesundheit von Frauen und Kindern aus Sicht des Hebammenverbandes keine angemessene Vergütung. Trotz der Vergütungssteigerung 2017 für freiberufliche Hebammen durch die gesetzlichen Krankenkassen haben viele Hebammen immer noch ein geringes Einkommen und müssen zunehmend mehr Zeit für bürokratische Verfahren und Anträge aufwenden, die dann in der Betreuung der Frauen fehlt.

Der Equal Pay Day thematisiert seit 1988 die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern. Inzwischen findet der Tag in zahlreichen europäischen Ländern statt.

(Pressemitteilung des Deutschen Hebammenverband e.V. vom 15.03.18)