Hebamme werden

Der Beruf Hebamme ist einer der ältesten Frauenberufe der Welt. Hebammen betreuen Frauen und deren Familie vor während und nach einer Geburt.
Die werdende Mutter braucht eine Hebamme an Ihrer Seite, die fürsorglich, aber auch fachlich kompetent ist. Sie muß in der Lage sein, Komplikationen rechtzeitig zu erkennen, um  angemessen handeln zu können.

Betreuung, Beratung und Begleitung waren schon immer sehr wichtig, aber die Arbeitsbedingungen haben sich geändert. Die Hebamme ist eingebunden in eine Geburtshilfe, die zunehmend von technischen Interventionen geprägt ist. Aufgrund dessen steigen auch die Anforderungen an das medizinisch-technische Verständnis von Hebammen, die zudem in der Lage sein müssen, Forschungsergebnisse zu verstehen und sie in ihre praktische Arbeit einzubinden.

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Ausbildung

Die Hebammenausbildung dauert in Deutschland drei Jahre und findet an staatlich anerkannten Hebammen- schulen statt. Sie umfasst mindestens 1.600 Stunden Theorie und 3.000 Stunden praktische Ausbildung. Hebammenschulen sind an Krankenhäuser angegliedert. Während der Ausbildung wird Ausbildungsentgelt gezahlt. Grundlagen für die Ausbildung sind die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hebammen und Entbindungspfleger (HebAPrV) sowie die Europäische Richtlinie 2005/36/EG und die Änderungsrichtlinie 2013/55/EU. Die Ausbildung schließt mit der staatlichen Prüfung ab. Nach bestandener Prüfung kann die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme oder Entbindungspfleger beantragt werden. Ein bundeseinheitliches Auswahlverfahren für die Vergabe von Ausbildungsplätzen gibt es nicht.

Voraussetzungen

Gesundheitliche Eignung Realschulabschluss oder gleichwertige Schulbildung (oder Hauptschulabschluss und eine mindestens 2-jährige abgeschlossene Berufsausbildung; oder die Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/-in; eine Ausbildung als Kranken-, Kinderkrankenschwester oder (Kinder)Krankenpfleger wird mit zwölf Monaten angerechnet.

Hebammenschulen in Sachsen

Bitte informieren Sie sich vor einer Bewerbung direkt bei der Schule über die Bewerbungsvoraussetzungen und die Bewerbungsfristen.

Chemnitz

Medizinische Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH
Hebammenschule
Adresse: Berganger 11, 09116 Chemnitz
Telefon: 0371 – 400 4251
E-Mail-Adresse: s.jacob@skc.de • Internet: klinikumchemnitz.de

Dresden

Carus Akademie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Hebammenschule
Fetscherstr. 74, 01309 Dresden
Telefon: 0351 – 458 3588
E-Mail-Adresse: heb@uniklinikum-dresden.de • Internet: uniklinikum-dresden.de

Leipzig

Medizinische Berufsfachschule am Universitätsklinikum Leipzig AöR,
Fachbereich Hebamme
Richterstr. 9-11, 04105 Leipzig
Telefon: 0341 – 97 14 155
E-Mail-Adresse: kerstin.grigat@medizin.uni-leipzig.de • Internet: mbfs.uniklinikum-leipzig.de

Studium

Zurzeit werden in Deutschland an vier Hochschulen primärqualifizierende, grundständige Studiengänge Hebammenkunde angeboten. Der duale und modulare Studiengang sieht nach drei Jahren die Prüfung zur Hebamme beziehungsweise zum Entbindungspfleger vor und bietet ein Jahr später die Möglichkeit eines zusätzlichen Bachelorabschlusses. Die Praxisanforderungen sind bei einem primärqualifizierenden Studiengang genauso hoch wie an den Hebammenschulen. Das Vollzeitsstudium hat eine Regelstudien- zeit von 8 Semestern inkl. Bachelorarbeit, mit 180 bis 210 vergebenen ECTS.
Neben den primärqualifizierenden Studiengängen gibt es außerdem ausbildungsergänzende oder be- rufsbegleitende Studienmodelle: Hier wird das Hebammenexamen an einer Hebammenschule erworben, während das Studium parallel oder im Anschluss an das Examen stattfindet. Die Absolventinnen und Absolventen können danach auch einen Masterabschluss erlangen oder promovieren.

Voraussetzungen

Gesundheitliche Eignung Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung

Theoretische Ausbildung in den Bereichen

Anatomie und Physiologie Gynäkologie und Geburtshilfe Schwangeren- und Wochenbettbetreuung Hebammentätigkeit Kinderheilkunde Ernährungslehre Erste Hilfe Hygiene Arzneimittellehre Mikrobiologie fachbezogene Chemie und Physik Psychologie, Soziologie und Pädagogik Organisation im Krankenhaus Berufs-, Staatsbürger- und Gesetzeskunde
Praktische Ausbildung in den Bereichen
Kreißsaal Geburtshilfliche Abteilung Schwangerenberatung Wochenstation Neugeborenen-Station Kinderklinik nicht-operative und operative Station Operationssaal Externat im freiberuflichen Bereich

Nähere Informationen: https://www.hebammenverband.de/beruf-hebamme/studium/

Quelle: Broschüre „Hebammenausbildung“ des DHV

Externat

Das große Tätigkeitsspektrum freiberuflich tätiger Hebammen umfasst auch die praktische Ausbildung von werdenden Hebammen. Die kontinuierliche Ausbildung von Berufsnachwuchs für die außerklinische Tätigkeit ist von essentieller Bedeutung. Das Hebammengesetz (1985) sieht deshalb vor, dass ein Teil der praktischen Ausbildung in einer Hebammenpraxis oder einer hebammengeleiteten Einrichtung (Hebammenexternat) zu absolvieren ist.

Zuwendungszweck und Rechtsgrundlagen

Der Sächsische Landtag hat Fördermittel für ein „Programm zur Sicherung der Hebammenversorgung in Sachsen“ bereitgestellt.
Der Freistaat Sachsen gewährt nach Maßgabe dieser Bekanntmachung Zuwendungen im Wege der Einzelförderung an ausbildende Hebammen mittels Zuschüssen.
Ein Anspruch der Antragstellerin/des Antragstellers auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Fördergegenstand

Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel wird die Begleitung der Auszubildenden während der praktischen Ausbildungszeit (Hebammenexternat) gefördert.

Zuwendungsempfänger

Zuwendungsempfänger sind im Freistaat Sachsen freiberuflich tätige Hebammen oder Entbindungspfleger, welche die praktische Ausbildung gemäß § 6 Absatz 2 Satz 2 des Hebammengesetzes in ihrer Hebammenpraxis oder in von Hebammen geleiteten Einrichtungen durchführen.

Zuwendungsvoraussetzungen

Praktische Ausbildung einer werdenden Hebamme von mindestens 6 Wochen und maximal 12 Wochen bei einer im Freistaat Sachsen freiberuflich tätigen Hebamme oder in einer von Hebammen geleiteten Einrichtung im Freistaat Sachsen.
Die ausbildende Hebamme muss von der zuständigen Behörde (Sächsische Bildungsagentur) zur Ausbildung ermächtigt worden sein.
Zur Sicherung der Qualität der praktischen Ausbildung und der fachlichen Begleitung im Rahmen des Hebammenexternates ist die Kooperationsvereinbarung der ausbildenden Hebamme über die Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule beziehungsweise Ausbildungsstätte vorzulegen.

Umfang der Zuwendung

Die Förderung beträgt je absolviertem Ausbildungstag pauschal 20 Euro, insgesamt maximal 1 200 Euro bei einer Dauer der praktischen Ausbildung einer Hebammenschülerin von 12 Wochen, wobei eine Ausbildungswoche fünf Ausbildungstagen entspricht.
Zeiten der Unterbrechung der Ausbildung (zum Beispiel wegen Krankheit und so weiter) werden nicht gefördert.

Art der Zuwendung und Verfahren

Die Zuwendungen werden im Rahmen einer Projektförderung in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse gewährt.
Über diese Bekanntmachung ist die Förderung von praktischen Ausbildungen bis zum 31. Oktober 2018 möglich. Danach wird über die Fortsetzung der Förderung entschieden.
Förderanträge sind bis spätestens vier Wochen vor Beginn der praktischen Ausbildung einzureichen.
Förderanträge können bis spätestens zum 31. Juli 2018 bei einer geplanten Dauer der praktischen Ausbildung von 6 Wochen, bei einer geplanten Dauer von 12 Wochen bis spätestens zum 15. Juni 2018 bei der Bewilligungsstelle, der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB), Pirnaische Straße 9, 01069 Dresden eingereicht werden.

Die SAB ist mit der Abwicklung des Förderverfahrens betraut.

Fragen zur Förderung per E-Mail an: soziales@sab.sachsen.de

Antragsformular: https://www.sab.sachsen.de/privatpersonen/förderprogramme/hebammenexternat.jsp?topicID=73025

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Kopie der Berufszulassungsurkunde,
  • Kopie der Ermächtigung zur Ausbildung durch die Sächsische Bildungsagentur,
  • Kopie der Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und ausbildender Hebamme.

Für jedes begleitete Externat ist ein separater Förderantrag zu stellen. Vor Bewilligung dürfen die Hebammenexternate noch nicht begonnen haben. Die Auszahlung der Fördermittel erfolgt auf Antrag nach Abschluss der Hebammenexternate.
Dem Auszahlungsantrag ist eine Bestätigung der Schule über die Durchführung der praktischen Ausbildung einschließlich der Angabe der absolvierten Ausbildungszeit beizufügen.
Diese Bestätigung gilt als Verwendungsnachweis und ist mit dem vorgenannten Auszahlungsantrag/Verwendungsnachweisformular bis spätestens drei Monate nach Ausstellung der Bestätigung bei der Bewilligungsstelle einzureichen.
Letztmaliger Termin für die Einreichung von Auszahlungsanträgen/ Verwendungsnachweisen aus dieser Förderbekanntmachung ist der 15. November 2018.

Aus: Sächsisches Amtsblatt Nr. 35 31. August 2017 (Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz über die Aufforderung zur Einreichung von Förderanträgen zur Unterstützung der praktischen Ausbildung bei freiberuflich tätigen Hebammen)

Voraussetzungen

Hebammen, die werdenden Hebammen ein Externat ermöglichen möchten, müssen sich, bevor Sie die finanzielle Unterstützung bei der SAB beantragen können, bei der Sächsischen Bildungsagentur registrieren lassen.
http://search.sachsen.de/web/search?searchTerm=externat+hebamme&send=Suchen&bereich=Bildung%2C+Studium%2C+Forschung&portal=Bildung

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Kopie der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme,
  • ggf.Nachweis über eine erfolgte Namensänderung,
  • Nachweis der Registrierung beim Gesundheitsamt

ODER

  • formlose Einverständniserklärung, in der die Hebamme erklärt, dass die Sächsische Bildungsagentur Informationen zur Registrierung beim zuständigen Gesundheitsamt einholen darf (Bitte das zuständige Gesundheitsamt benennen),
  • Nachweis von mind. einer berufsspezifischen Fortbildung, die nicht mehr als zwei Jahre zurückliegt