19.10.2017: „Runder Tisch: Geburtshilfe und Hebammenversorgung“ im Sächsischen Landtag

Initiiert von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN trat am 17. März 2017 erstmals, dann am 19.10.2017 ein „Runder Tisch“ zum Thema „Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen“ zusammen. Der Einladung folgten Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) im Oktober vertreten von drei Mitarbeiterinnen des Ministeriums, Vertreterinnen der SPD- und der LINKEN-Fraktion, der Sächsische Hebammenverband e.V., die Landesärztekammer, die Krankenhausgesellschaft, Krankenkassen, Vertreter der Hebammenwissenschaft, der Landesfrauenrat, Familienverbände sowie Elternvertreter.

Zum Runden Tisch wurden folgende Ziele erarbeitet:

„Die natürliche Geburt in Sachsen muss weiter gestärkt werden“
Die Grünen fordern die Staatsregierung in einer Kleinen Anfrage auf,

  • im Rahmen eines Dialogs mit Hebammen, Krankenkassen sowie Ärztinnen und Ärzten in der Geburtshilfe ein sächsisches Gesundheitsziel „Natürliche Geburt“ zu entwickeln,
  • sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass
    – eine Neubewertung der Abrechnungspauschalen erfolgt, die finanzielle Anreize für eine natürliche Geburt setzt,
    – die Berufshaftpflicht für alle in den Gesundheitsberufen Tätigen reformiert wird und nach den Prinzipien der gesetzlichen Unfallversicherung umgestaltet wird,
    – die Mutterschaftsrichtlinien nach §92SGBV überarbeitet werden, damit verbindliche Vorgaben für die Einbeziehung von Hebammen in die Schwangerschaftsvorsorge geschaffen werden, soweit die Schwangere dies wünscht.

In der Begründung heißt es:

„Sachsen ist deutschlandweit Spitzenreiter bei der Geburtenrate. Sachsen gehört zu den Bundesländern mit den niedrigsten Kaiserschnittraten. Der Freistaat muss Kindern weiterhin einen bestmöglichen Start ins Leben gewährleisten, indem natürliche Geburt gefördert, sowie eine hohe Qualität der ambulanten und stationären Geburtshilfe erhalten und weiterentwickelt wird. Durch die Entwicklung eines sächsischen Gesundheitsziels „Natürliche Geburt“ soll diesem Anliegen Rechnung getragen werden.

Die Geburt ist ein natürlicher Vorgang, der im Normalfall ohne medizinische Interventionen ablaufen sollte. Interventionen sind aber zum Teil unumgänglich. Um ein Helfen ohne Angst zu ermöglichen, müssen Haftung in der Geburtshilfe reformiert und die Rahmenbedingungen für die in der Geburtshilfe Tätigen verbessert werden.

Es wurde und wird kontrovers und konstruktiv diskutiert, eine Fortsetzung unter Beobachtung auch der angelaufenen Hebammenstudie ist bereits sicher.