Hebamme werden

Der Beruf Hebamme ist einer der ältesten Frauenberufe der Welt. Hebammen betreuen Frauen und deren Familie vor während und nach einer Geburt.
Die werdende Mutter braucht eine Hebamme an Ihrer Seite, die fürsorglich, aber auch fachlich kompetent ist. Sie muß in der Lage sein, Komplikationen rechtzeitig zu erkennen, um  angemessen handeln zu können.

Betreuung, Beratung und Begleitung waren schon immer sehr wichtig, aber die Arbeitsbedingungen haben sich geändert. Die Hebamme ist eingebunden in eine Geburtshilfe, die zunehmend von technischen Interventionen geprägt ist. Aufgrund dessen steigen auch die Anforderungen an das medizinisch-technische Verständnis von Hebammen, die zudem in der Lage sein müssen, Forschungsergebnisse zu verstehen und sie in ihre praktische Arbeit einzubinden.

Bild 02: Hebamme werden, Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda, Leipzig, Mittelsachsen, Ostsachsen, Sächsischen Schweiz, Torgau, Vogtland, Westerzgebirge
Bild 01: Hebamme werden, Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda, Leipzig, Mittelsachsen, Ostsachsen, Sächsischen Schweiz, Torgau, Vogtland, Westerzgebirge

Studium

Endlich ist es soweit, am 8.11.19 wurde im Bundesrat das Hebammenreformgesetz verabschiedet. Somit wird der Hebammenberuf in die Akademisierung wechseln. D.h. das angehende Hebammen zukünftig an Hochschulen studieren werden. 2020 wird an den Hebammenschulen Dresden und Leipzig noch eine Ausbildung starten, die auch bis zu Ende geführt wird.
Voraussichtlich ab 2021 wird ein Studiengang Hebammenkunde (B.Sc.) in Leipzig etabliert werden. Über weitere Studienstandorte wird derzeit nachgedacht. Eine Ausbildung ist dann nicht mehr möglich.
Das künftige Hebammenstudium wird abgeschlossen mit einer staatlich, hochschulischen Prüfung.

Auch erfahrenen Hebammen ist es möglich den akademischen Bachelorgrad nachträglich zu erwerben.
Eine automatische Anerkennung wird es nicht geben.
Die Vergabe des Bachelorgrades setzt ein nach europäischen Vorgaben akkreditiertes Bachelorstudium voraus, das sowohl grundständig, als auch berufsbegleitend möglich ist. Berufserfahrene Hebammen, die studieren möchten können zur Hälfte vorhandene Vorkenntnisse anrechnen lassen, müssen aber trotzdem die Prüfung an der Hochschule absolvieren, so wie die Studentinnen auch.

Nähere Informationen liegen derzeit noch nicht vor. Sie werden sobald Näheres bekannt ist hier veröffentlicht.

Externat

Das große Tätigkeitsspektrum freiberuflich tätiger Hebammen umfasst auch die praktische Ausbildung von werdenden Hebammen. Die kontinuierliche Ausbildung von Berufsnachwuchs für die außerklinische Tätigkeit ist von essentieller Bedeutung. Das Hebammengesetz (1985) sieht deshalb vor, dass ein Teil der praktischen Ausbildung in einer Hebammenpraxis oder einer hebammengeleiteten Einrichtung (Hebammenexternat) zu absolvieren ist.

Zuwendungszweck und Rechtsgrundlagen

Der Sächsische Landtag hat Fördermittel für ein „Programm zur Sicherung der Hebammenversorgung in Sachsen“ bereitgestellt.
Der Freistaat Sachsen gewährt nach Maßgabe dieser Bekanntmachung Zuwendungen im Wege der Einzelförderung an ausbildende Hebammen mittels Zuschüssen.
Ein Anspruch der Antragstellerin/des Antragstellers auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Fördergegenstand

Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel wird die Begleitung der Auszubildenden während der praktischen Ausbildungszeit (Hebammenexternat) gefördert.

Zuwendungsempfänger

Zuwendungsempfänger sind im Freistaat Sachsen freiberuflich tätige Hebammen oder Entbindungspfleger, welche die praktische Ausbildung gemäß § 6 Absatz 2 Satz 2 des Hebammengesetzes in ihrer Hebammenpraxis oder in von Hebammen geleiteten Einrichtungen durchführen.

Zuwendungsvoraussetzungen

Praktische Ausbildung einer werdenden Hebamme von mindestens 2 Wochen und maximal 12 Wochen bei einer im Freistaat Sachsen freiberuflich tätigen Hebamme oder in einer von Hebammen geleiteten Einrichtung im Freistaat Sachsen.
Die ausbildende Hebamme muss von der zuständigen Behörde (Sächsische Bildungsagentur) zur Ausbildung ermächtigt worden sein.
Zur Sicherung der Qualität der praktischen Ausbildung und der fachlichen Begleitung im Rahmen des Hebammenexternates ist die Kooperationsvereinbarung der ausbildenden Hebamme über die Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule beziehungsweise Ausbildungsstätte vorzulegen.

Umfang der Zuwendung

Die Förderung beträgt je absolviertem Ausbildungstag pauschal 20 Euro, insgesamt maximal 1 200 Euro bei einer Dauer der praktischen Ausbildung einer Hebammenschülerin von 12 Wochen, wobei eine Ausbildungswoche fünf Ausbildungstagen entspricht.
Zeiten der Unterbrechung der Ausbildung (zum Beispiel wegen Krankheit und so weiter) werden nicht gefördert.

Art der Zuwendung und Verfahren

Die Zuwendungen werden im Rahmen einer Projektförderung in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse gewährt.
Förderanträge sind bis spätestens vier Wochen vor Beginn der praktischen Ausbildung einzureichen.
Förderanträge können bei der Bewilligungsstelle, der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB), Pirnaische Straße 9, 01069 Dresden eingereicht werden.
Die SAB ist mit der Abwicklung des Förderverfahrens betraut.
Fragen zur Förderung per E-Mail an: soziales@sab.sachsen.de
Antragsformular: https://fs.egov.sachsen.de/formserv/findform?shortname=sab64262&areashortname=sab

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Kopie der Berufszulassungsurkunde,
  • Kopie der Ermächtigung zur Ausbildung durch die Sächsische Bildungsagentur,
  • Kopie der Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und ausbildender Hebamme.

Für jedes begleitete Externat ist ein separater Förderantrag zu stellen. Vor Bewilligung dürfen die Hebammenexternate noch nicht begonnen haben. Die Auszahlung der Fördermittel erfolgt auf Antrag nach Abschluss der Hebammenexternate.
Dem Auszahlungsantrag ist eine Bestätigung der Schule über die Durchführung der praktischen Ausbildung einschließlich der Angabe der absolvierten Ausbildungszeit beizufügen.
Diese Bestätigung gilt als Verwendungsnachweis und ist mit dem vorgenannten Auszahlungsantrag/Verwendungsnachweisformular bis spätestens drei Monate nach Ausstellung der Bestätigung bei der Bewilligungsstelle einzureichen.

Aus: Sächsisches Amtsblatt Nr. 35 31. August 2017 (Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz über die Aufforderung zur Einreichung von Förderanträgen zur Unterstützung der praktischen Ausbildung bei freiberuflich tätigen Hebammen)

Voraussetzungen

Hebammen, die werdenden Hebammen ein Externat ermöglichen möchten, müssen sich, bevor Sie die finanzielle Unterstützung bei der SAB beantragen können, bei der Sächsischen Bildungsagentur registrieren lassen.
https://www.schule.sachsen.de/622.htm?id=871

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Kopie der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme,
  • ggf.Nachweis über eine erfolgte Namensänderung,
  • Nachweis der Registrierung beim Gesundheitsamt

ODER

  • formlose Einverständniserklärung, in der die Hebamme erklärt, dass die Sächsische Bildungsagentur Informationen zur Registrierung beim zuständigen Gesundheitsamt einholen darf (Bitte das zuständige Gesundheitsamt benennen),
  • Nachweis von mind. einer berufsspezifischen Fortbildung, die nicht mehr als zwei Jahre zurückliegt