Informatives für Hebammen

28.11.17: Elisabeth-Krankenhaus Leipzig gewinnt Wettbewerb

Susanne Steppat stellt die Leipziger Preisträgerinnen vor

„Wir haben was verändert – Nachmachen erlaubt!“

Der Deutsche Hebammenverband e.V. schrieb im Frühjahr einen Wettbewerb für Kreißsäle aus, in dem gute Konzepte für bessere Arbeitsbedingungen der Hebammen und eine zufriedenstellendere Versorgung der Frauen gesammelt und prämiert wurden.

Die Ideen sollen explizit zum Nachmachen anregen. Schauen Sie welche der Ideen für Ihr Team passen könnte.

leitende Hebamme Sylvie Fleur Göttsche und Constanze Koschorz aus dem Elisabeth-Krankenhaus Leipzig

Im Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig wurde der hohe Stellenwert der natürlichen Geburt gewürdigt. Dort liegt die Kaiserschnittrate bei 15,6%. Der deutsche Durchschnitt liegt bei gut 30%.

Außerdem gibt es im Elisabeth-Krankenhaus die Gruppe Wissenshunger – eine Gruppe, in der neue Kolleginnen am Wissen der bisherigen Kolleginnen teilhaben können und in die Leitlinien der Klinik eingeführt werden. Dies hat die Arbeitszufriedenheit der neuen Kolleginnen deutlich erhöht und sie bleiben länger im Team als früher.

Zudem erleichtern klarer strukturierte Teamübergaben das Arbeiten und kleine Aufmerksamkeiten in Form von personalisierten Tassen setzen Zeichen für Teamzusammenhalt.

Vielen Dank für die Ideen und Anregungen! Wir freuen uns auf viele inspirierte Kolleginnen in den diversen Teams und zukünftig bessere Bedingungen.

19.10.2017: „Runder Tisch: Geburtshilfe und Hebammenversorgung“ im Sächsischen Landtag

Initiiert von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN trat am 17. März 2017 erstmals, dann am 19.10.2017 ein „Runder Tisch“ zum Thema „Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen“ zusammen. Der Einladung folgten Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) im Oktober vertreten von drei Mitarbeiterinnen des Ministeriums, Vertreterinnen der SPD- und der LINKEN-Fraktion, der Sächsische Hebammenverband e.V., die Landesärztekammer, die Krankenhausgesellschaft, Krankenkassen, Vertreter der Hebammenwissenschaft, der Landesfrauenrat, Familienverbände sowie Elternvertreter.

Zum Runden Tisch wurden folgende Ziele erarbeitet:

„Die natürliche Geburt in Sachsen muss weiter gestärkt werden“
Die Grünen fordern die Staatsregierung in einer Kleinen Anfrage auf,

  1. im Rahmen eines Dialogs mit Hebammen, Krankenkassen sowie Ärztinnen und Ärzten in der Geburtshilfe ein sächsisches Gesundheitsziel „Natürliche Geburt“ zu entwickeln,
  2. sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass
    – eine Neubewertung der Abrechnungspauschalen erfolgt, die finanzielle Anreize für eine natürliche Geburt setzt,
    – die Berufshaftpflicht für alle in den Gesundheitsberufen Tätigen reformiert wird und nach den Prinzipien der gesetzlichen Unfallversicherung umgestaltet wird,
    – die Mutterschaftsrichtlinien nach §92SGBV überarbeitet werden, damit verbindliche Vorgaben für die Einbeziehung von Hebammen in die Schwangerschaftsvorsorge geschaffen werden, soweit die Schwangere dies wünscht.

In der Begründung heißt es:

„Sachsen ist deutschlandweit Spitzenreiter bei der Geburtenrate. Sachsen gehört zu den Bundesländern mit den niedrigsten Kaiserschnittraten. Der Freistaat mussKindern weiterhin einen bestmöglichen Start ins Leben gewährleisten, indem natürliche Geburt gefördert sowie eine hohe Qualität der ambulanten und stationären Geburtshilfe erhalten und weiterentwickelt wird. Durch die Entwicklung eines sächsischen Gesundheitsziels „Natürliche Geburt“ soll diesem Anliegen Rechnung getragen werden.

Die Geburt ist ein natürlicher Vorgang, der im Normalfall ohne medizinische Interventionen ablaufen sollte. Interventionen sind aber zum Teil unumgänglich. Um ein Helfen ohne Angst zu ermöglichen, müssen Haftung in der Geburtshilfe reformiert und die Rahmenbedingungen für die in der Geburtshilfe Tätigen verbessert werden.

Es wurde und wird kontrovers und konstruktiv diskutiert, eine Fortsetzung unter Beobachtung auch der angelaufenen Hebammenstudie ist bereits sicher.

21.09.2017: Hebammengutachten des Bundesgesundheitsministeriums

Das BMG hat ein Gutachten zu Begleitumständen von Geburtsschäden in Auftrag gegeben. Beauftragt durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) rufen wir die verschiedenen Berufsgruppen in der Geburtshilfe auf, ihr Wissen und ihre Erfahrung mit uns zu teilen und so die Verbesserung der Versorgung von Neugeborenen und Gebärenden zu unterstützen.
Mit dem Ziel Begleitumstände von Geburtsschäden aus interdisziplinärer Sicht zu identifizieren und aus der Analyse Erkenntnisse zur Risikominimierung zu gewinnen, wurde eine Onlinebefragung konzipiert. Diese richtet sich an alle Hebammen und Geburtshelfer sowie Ärztinnen und Ärzte, die Erfahrungen in der Geburtshilfe haben.
Wir möchten Sie herzlich einladen, Ihr Wissen und Ihre Erfahrung mit uns zu teilen.
Nehmen Sie jetzt an der Befragung teil! Hebammengutachten

12.09.2017: Förderung für Hebammen, die Externatsschülerinnen aufnehmen

Endlich Wissen nicht mehr unbezahlt weitergeben.
Alle sächsischen Hebammen sollten das Amtsblatt Nr 35 lesen: Sächsisches Amtsblatt Nr 35 (pdf)

Hebammen, die Schülerinnen im Externat mitnehmen, bekommen eine Förderung vom Land für diese Tätigkeit. 20€/Tag Aufwandentschädigung für 6-12 Wochen Externat. Es ist wichtig, dass wir unseren Nachwuchs fördern und dass wir diese Form der Unterstützung dafür nutzen.

Voraussetzung ist die erteilte Ermächtigung. Den Antrag dazu findet ihr hier: Ermächtigungsantrag

Koordinierungsstelle „Hebammen in Sachsen“

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hat gemeinsam mit dem Sächsischen Hebammenverband e. V. ein Programm erarbeitet, welches die Hebammenversorgung in Sachsen sichern soll. Ursprung für diese lange überfällige Bewegung in unserer Problematik war der Antrag der Grünen Fraktion, welche die finanzielle Ausstattung für das Projekt aus sächsischen Landesgeldern durch das Parlament gebracht hat.

Es wurde inzwischen eine Koordinierungsstelle „Hebammen in Sachsen“ in Dresden eingerichtet. Diese Stelle wird von uns Hebammen geleitet und hat die Aufgabe:

  1. an der Studie zur Untersuchung der Situation von Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen mitzuarbeiten.
    Diese Studie ist enorm wichtig, um notwendige Handlungsbedarfe ableiten zu können. Deshalb muss die Situation in Sachsen fundiert in folgenden Bereichen untersucht werden:
    – angestellte Hebammen in den Krankenhäusern
    – freiberufliche Hebammen
    – Geburtshäuser
    – Geburtenentwicklung
    – Ausbildungssituation / Berufsperspektiven
    Alle Hebammen erhalten im Dezember einen Fragebogen, egal ob Klinikhebamme, Hausgeburtshebamme oder freiberuflich tätig. Es werden auch Mütter und die Krankenkassen befragt. Es ist wichtig, dass alle Hebammen sich daran beteiligen. Nur so gelingt es, eine solide Datenlage zu erfassen, um dann genaue Forderungen zu stellen, wie und wo der Hebammenmangel beseitigt werden muss.
  2. Die Vernetzung der Hebammen in Sachsen zu fördern.
    Ziel ist die Koordinierung von freien Hebammenkapazitäten, d.h. Hebammen können hier melden, wann sie wo noch Frauen betreuen können, diese Informationen könnten dann an suchende Frauen weitergegeben werden.
  3. Partner für Gesundheitsämter und weiterer Behörden zu sein
    Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel der Berufsnachwuchsgewinnung und der Imageverbesserung
  4. Hebammen finanziell zu fördern, die Hebammenschülerinnen ein Externat ermöglichen (Link einfügen Siehe Externat)
  5. Beratung und Starthilfen zur Praxisgründung zu geben
  6. konkrete Maßnahmen zur Aufwertung und Stärkung des Hebammenberufes zu ergreifen, z.B. in Form von evidenzbasierten Fortbildungen

Das alles ist nur ein Bruchteil der geplanten Maßnahmen, deren Umsetzung bis Ende 2018 finanziell gesichert ist. Wir werden an der Verstetigung arbeiten.

Kontakt:
Anke Uhlig, Hebamme
Werner- Hartmann-Str. 1
01099 Dresden
Tel.: 0160/ 94 17 68 31
koordination-hebammen@t-online.de

05.11.2017: Landesdelegiertentagung am 04.11.17

Zur Landesdelegiertentagung am 04.11. tagten 36 Delegierte aus den Kreisverbänden des Landes Sachsen. Sie tauschten sich über politische Aktionen und Besonderheiten der Kreise aus, nahmen an den berichten der Vorsitzenden und Beauftragten teil und berieten und entschieden über zukünftige Wege.

Dieses Jahr stand die Wahl der beiden Vorsitzenden an. Bisher waren Grit Kretschmar-Zimmer und Marlen Lorenz die Spitze des Sächsischen Hebammenverbandes. Beide gaben ihr Amt ab und für die nächsten Jahre wurden Stephanie Hahn-Schaffarczyk als 1. Vorsitzende und Grit Kretschmar-Zimmer als 2. Vorsitzende gewählt. Damit können wir weiterhin von den guten Kontakten und Erfahrungen der bisherigen ersten Landesvorsitzenden Grit Kretschmar-Zimmer profitieren.

Vom 21.-24.11.2017 wird dann die Bundesdelegiertentagung in Berlin stattfinden. Auch dort wird es eine Wahl geben, da die zweite Amtszeit von Martina Klenk endet. Außerdem wird der Strukturwandlungsprozess eine zentrale Rolle spielen.