Allgemeine Informationen über das Stillen

Wissenschaftler/innen (WHO) in den verschiedensten Ländern auf der ganzen Welt (Europa, Amerika, Asien, Afrika, Australien) haben zum Stillen Untersuchungen durchgeführt. Einige Allgemeine Informationen zum Stillen.

Wissenschaftler/innen (WHO) in den verschiedensten Ländern auf der ganzen Welt (Europa, Amerika, Asien, Afrika, Australien) haben zum Stillen Untersuchungen durchgeführt, u.a. über:

  • die Bedeutung des ausschließlichen Stillens
  • die Entwicklung des Säuglings: Immunsystem, Zentralnervensystem, Stoffwechsel, Entwicklung im Kiefer- und Mundbereich
  • den Prozess der Milchbildung
  • den Ablauf des Saugvorganges
  • die Gefahren vorzeitiger Einführung von Beikost
  • die Reduzierung der Häufigkeit von Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen, sowohl bei akuten (wie Mittelohrentzündungen und Magen-Darm-Erkrankungen) als auch bei chronischen (z.B. Zuckerkrankheiten) durch Stillen

Stillen in Deutschland

In Deutschland ist Stillen inzwischen leider keine Selbstverständlichkeit mehr. So belegt es die jüngst erschienene SuSe-Studie.

  • 91% der Mütter möchten stillen - Wunsch vor der Geburt!
  • 86% stillen am 5. Tag nach der Geburt!
  • 58% stillen voll mit 2 Monaten und weitere 12% bekommen Zwiemilch!
  • 45% der Mütter stillen 4 Monate ausschließlich!
  • 13% stillen 6 Monate ausschließlich!
  • 15% der Mütter stillen überhaupt nicht!

(Anmerkung: Zwiemilch → Kombination aus Muttermilch und anderer Säuglingsnahrung)

Laut Bayrischer Stillstudie (Schwegler 2005) stillen im Vergleich zur SuSe-Studie mehr als doppelt so viele Mütter ihre sechs Monate alten Kinder ausschließlich. Auch die Zahl der Mütter, die überhaupt nicht stillen, ist erfreulicher Weise gesunken.

Trotz dieses positiven Trends vergibt sich Deutschland im Vergleich zu Norwegen, wo 80% der Halbjährigen noch immer gestillt werden, gute Möglichkeiten, die Gesundheit der Bevölkerung über lange Zeiträume hin zu verbessern und Kosten für das Gesundheitswesen einzusparen.

Generationsbedingte unterschiedliche Erfahrungen und die massive Werbung der Säuglingsnahrungsmittelindustrie zeigen, daß Stillen nicht die einzige Alternative in der Babyernährung zu sein scheint. Fast auf jeder Packung Babynahrung wird suggeriert, dass ab dem 4. Lebensmonat ein Brei gefüttert werden sollte. Es ist dagegen nachgewiesen, dass genau in dieser Zeit die Muttermilch erneut massiv mit Antikörpern zur Infektionsabwehr angereichert wird. Die Zusammensetzung der Muttermilch entspricht spezifisch dem aktuellen Wachstums- und Entwicklungsstand des Babys.

Natürlich kann jede Frau selbst entscheiden, wie sie ihr Kind ernähren möchte. Dabei kommt ihrem Partner entscheidende Bedeutung zu. Hebammen und Stillberaterinnen helfen Müttern als Stillfachfrauen in möglichen Krisensituationen, eine kompetente Entscheidung zu treffen.